"EVAS" - Evaluationsstudie zur Sprachförderung von Vorschulkindern

Studie der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Projekt-Leitung: Prof. Dr. Jeanette Roos und Prof. Dr. Hermann Schöler
(Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fakultät I) 
Mitarbeiterinnen: Dipl.-Päd. Nicole Hofmann und Dipl.-Psych. Silvana Polotzek


Fragestellung.
Welche Effekte haben spezifische Sprachfördermaßnahmen im Rahmen des Kindertagesstättenbesuchs im Vergleich zu unspezifischer Sprachförderung in den Kindertagesstätten insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund. Evaluiert wurden spezifische Sprachförderprogramme, die im Rahmen des Programms "Sag' mal was - Sprachförderung für Vorschulkinder" der Baden-Württemberg Stiftung in Kindertageseinrichtungen der Städte Mannheim und Heidelberg eingesetzt und von der Baden-Württemberg Stiftung finanziert wurden. Es handelte sich hierbei um Sprachförderprogramme nach Kaltenbacher und Klages (1), Tracy (2) und Penner (3).


Hintergrund. Viele Vorschul- und Schulkinder mit Migrationshintergrund verfügen über keine oder unzureichende Deutschkenntnisse. Zur Teilhabe am deutschen Bildungssystem sind jedoch ausreichende sprachliche Kompetenzen erforderlich. Erfahrungsgemäß kann Schule mangelnde Sprachkenntnisse kaum kompensieren, daher müssen Förderungen zwingend vor dem Schuleintritt erfolgen. Derzeit liegen zum einen nur wenige Sprachförderprogramme vor, zum anderen sind diese hinsichtlich ihrer Wirksamkeit nicht evaluiert. Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung und in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendamt der Stadt Heidelberg, dem Fachbereich Bildung der Stadt Mannheim, dem Seminar für Deutsch als Fremdsprachenphilologie (SDF) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie der Reimann-Dubbers-Stiftung (Heidelberg) und der Dürr- Stiftung (Hamburg) wurden im Zeitraum 2005-2008 diese spezifischen Sprachfördermaßnahmen im vorschulischen Bereich auf ihre Effekte hinsichtlich der sprachlichen sowie schulischen Entwicklung der Kinder überprüft.


Design. Die Stichprobe setzte sich ausschließlich aus Kindern zusammen, die im Sommer 2006 eingeschult wurden. Im Rahmen des längsschnittlichen Designs der Studie wurde der Förderbedarf der Kinder und somit ggf. deren Aufnahme in spezifische Sprachfördergruppen im Mai 2005 über ein Screening zur Erfassung von Risikokindern für Sprach- und Schriftspracherwerbsschwierigkeiten (HASE, Brunner & Schöler, 2001/2002) sowie über Einschätzungen der Erzieher/-innen ermittelt.

Familiäre Hintergrundinformationen wurden durch einen Elternfragebogen erhoben. Förderinhalte und methodische Vorgehensweisen bei den spezifischen Sprachförderungen wurden durch ein teilstrukturiertes Interview mit den Sprachförderkräften sowie eine kontinuierliche Dokumentation erhoben. Die Interviews wurden mit 25 Sprachförderkräften durchgeführt.

Nach Abschluss der Förderprogramme erfolgte die erneute Feststellung des Sprachentwicklungsstandes anhand standardisierter Verfahren (Subtests aus
H-S-E-T, Grimm & Schöler, 1991; AWST-R, Kiese-Himmel, 2005).
Zur Überprüfung, ob die Förderprogramme nachhaltig zur Teilhabe am Bildungsprozess beitragen, wurden am Ende der 1. und 2. Grundschulklasse Leistungsbeurteilungen der Lehrkräfte eingeholt und am Ende der 2. Klasse die Leistungsentwicklung im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen sowie die Selbstkonzeptentwicklung (hinsichtlich Sprache) und die Entwicklung der Leistungsmotivation durch standardisierte Verfahren untersucht.

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letzte Änderung: 23.04.2010 Seite drucken

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