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Die auf den folgenden Seiten vorgestellten Materialien und Anregungen sind auch für die gezielte Förderung nach Auswertung des Diagnoseverfahrens LiSe-DaZ® geeignet.

 

 

Durch den Kasus (Fall) wird im Deutschen die Beziehung der nominalen Elemente (Substantive, Artikel, Pronomen) zu anderen Elementen im Satz ausgedrückt (Kasusmarkierung). Die Elemente, an denen die Kasusmarkierung sichtbar wird, fehlen in frühen Phasen des Erst- und Zweitspracherwerbs häufig noch. Zuerst lernen Kinder die Unterscheidung zwischen Nominativ (wer oder was) und Akkusativ (wen oder was). Die korrekte Verwendung des Dativs (wem oder was) und des Genitivs (wessen) kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Für die Förderung des Kasus eignen sich Verben wie geben, schenken, erzählen. Sie fordern neben dem Subjekt (Nominativ) auch ein indirektes Objekt (Dativ) und ein direktes Objekt (Akkusativ).

Hier finden Sie Materialien und Beispiele zur spielerischen Verwendung des Akkusativs und Dativs in der Arbeit mit Kindern zum Download.
•    Sprachbeispiele
•    Lieder
•    Spiele
•    Alltagssituationen und -aktivitäten  

Weitere Informationen zu den theoretischen Grundlagen des Erwerbsbereichs Kasus können Sie auch dem Manual zur Sprachstandserhebung LiSe-DaZ®  entnehmen (siehe Kap. 2.3 "Wie viel Grammatikwissen braucht man für LiSe-DaZ® (und für die Sprachförderung)" im Unterpunkt "Erwerbsaufgabe: Kasus - verzwickt und doch zu meistern").

Die wichtigste Eigenschaft deutscher Sätze ist, dass Verben in unterschiedlichen Positionen des Satzes stehen können. Es gibt in einem Satz genau zwei relevante Positionen für Verben – die zweite und die letzte Position. Wenn das Verb, das mit dem Subjekt übereinstimmt (gebeugtes Verb), in der zweiten Position des Satzes steht, handelt es sich um einen Hauptsatz. Steht das gebeugte Verb in der letzten Position, handelt es sich um einen Nebensatz. Dieser wird beispielsweise von einer Konjunktion (weil, dass, wenn, ob) eingeleitet.

Kinder mit Deutsch als Erstsprache erwerben die Struktur des Hauptsatzes bis zum Alter von etwa 2 ½ Jahren, die des Nebensatzes bis zum Ende des dritten Lebensjahres. Der Erwerb der Verbstellung verläuft bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache bemerkenswert schnell. Sie produzieren Hauptsätze innerhalb der ersten 12 Kontaktmonate und erfassen die Struktur von Nebensätzen bis zum Ende des zweiten Kontaktjahres.

Für die Förderung von Haupt- und Nebensätzen eignen sich kontrastreiche Strukturen, die den Kindern die unterschiedlichen Positionen der Verben verdeutlichen. Verben, die aus einem Verbstamm und einer vorangestellten Partikel bestehen (auf-machen, mit-kommen, weg-laufen) sind für die Förderung der Satzstrukturen besonders geeignet. Denn im Hauptsatz werden beide Verbteile getrennt und besetzen für die Kinder gut „sichtbar" die möglichen Positionen für Verben an der zweiten und letzten Stelle im Satz (Ich mache das Buch gleich auf).

Eine Auswahl von Materialien und Beispielen zur spielerischen Verwendung von Haupt- und Nebensatzstrukturen in der Arbeit mit Kindern finden Sie hier zum Download:
•    Sprachbeispiele
•    Lieder
•    Spiele
•    Alltagssituationen und Spielaktivitäten  
Die vorgestellten Materialien und Anregungen sind auch für die gezielte Förderung nach Auswertung des Diagnoseverfahrens LiSe-DaZ geeignet.

Weitere Informationen zu den theoretischen Grundlagen des Erwerbsbereichs „Satzklammer" – ein Schema, mit dem sich die unterschiedliche Verbstellung darstellen lässt (Satzklammermodell), – können Sie dem Manual zur Sprachstandserhebung   LiSe-DaZ entnehmen (siehe Kap. 2.3., Unterpunkt "Ein Schnellkurs in Syntax, Morphologie und Semantik")

Im Deutschen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Wortklassen. Einige davon spielen eine besondere Rolle beim Aufbau von Satzstrukturen, denn sie besetzen verschiedene Positionen des Satzes und helfen dem Kind, die zielsprachliche Satzstruktur zu erfassen. Verben beispielsweise ermöglichen dem Sprecher, Ereignisse und Zustände auszudrücken, und stellen die wichtigsten Bestandteile eines Satzes dar. Konjunktionen wie weil, dass, wenn oder ob erlauben es, Nebensätze zu bilden. Einige Wortklassen drücken Relationen zwischen den Bestandteilen eines Satzes aus, wie beispielsweise die Präposition auf in dem Satz „Das Buch liegt auf dem Tisch".

Bis zum Ende des dritten Lebensjahres haben sich Kinder mit Deutsch als Erstsprache alle Wortklassen angeeignet. Kinder mit Deutsch als Zweitsprache haben die meisten Wortklassen nach 12 bis 16 Kontaktmonaten erworben.

Für die Förderung unterschiedlicher Wortklassen sollte dem Kind Gelegenheit gegeben werden, in unterschiedlichen Strukturen Wörter in verschiedenen Positionen zu hören und selbst zu produzieren. Dafür eignen sich Erzählungen von eigenen Erlebnissen (Ich bin mit dem Schlitten gefahren.), das Anschauen von Bilderbüchern (Der Junge spielt mit dem Ball.) oder Alltagssituationen (Wenn wir fertig sind, stellen wir die Teller auf das Tablett.).

Hier finden Sie einige Ideen und Beispiele zur spielerischen Verwendung von unterschiedlichen Wortklassen in der Arbeit mit Kindern zum Download:
•    Sprachbeispiele
Da die Förderung von Wortklassen in einem engen Zusammenhang zur Bildung von Haupt- und Nebensätzen und auch zur Anwendung von Dativ und Akkusativ steht, werden Sie auch Hinweise auf die Verwendung der Materialien aus diesen Erwerbsbereichen finden.

Die vorgestellten Materialien und Anregungen sind auch für die gezielte Förderung nach Auswertung des Diagnoseverfahrens LiSe-DaZ® geeignet.

Weitere Informationen zu den theoretischen Grundlagen des Erwerbsbereichs „Wortklassen" können Sie dem Manual zur Sprachstandserhebung LiSe-DaZ®  entnehmen (siehe Kap 2.3., Unterpunkt  "Erwerbsaufgabe: Was bestimmte Wortklassen im Satz leisten").

Fragen spielen in der Sprache eine zentrale Rolle. Sie stellen nicht nur einen besonders häufig auftretenden Satztyp dar, sondern sind wichtig für die Entwicklung eines Kindes sowie für eine erfolgreiche Kommunikation. Im Deutschen werden Ja/Nein-Fragen (Entscheidungsfragen) von so genannten W-Fragen unterschieden. Entscheidungsfragen erfordern entsprechend des Sachverhaltes eine einfache Ja/Nein-Antwort. In einer Situation, in der ein Mädchen ein Buch liest, kann die Frage "Liest das Mädchen ein Buch?" mit Ja beantwortet werden. Bei W-Fragen hingegen gibt es mehr als eine mögliche Antwort. Die Frage Wer liest ein Buch? erfordert eine andere Antwort als die Frage Was liest das Mädchen?

Einfache W-Fragen sind im Deutschen durch das Vorhandensein eines Fragepronomens am Anfang der Frage gekennzeichnet. Sie unterscheiden sich danach, ob der erfragte Satzteil ein Subjekt (Wer liest ein Buch?) oder Objekt (Was liest das Mädchen?) ist. Zusätzliche Informationen eines Satzes sind so genannte Adjunkte, nach denen ebenfalls gefragt werden kann. Dies sind beispielsweise die Fragen Wie gefällt dem Mädchen das Buch? Wo liest das Mädchen das Buch? oder Wann liest das Mädchen das Buch?

Kinder mit Deutsch als Erstsprache erwerben das Verständnis einfacher W-Fragen etwa im Alter von drei bis vier Jahren. Dabei müssen die Kinder zuerst die Abgrenzung zu Ja/Nein-Fragen erkennen und dann lernen, nach welchem Satzteil eine W-Frage jeweils fragt. Kinder mit Deutsch als Zweitsprache erwerben das zielsprachliche Verständnis von W-Fragen nach etwa 36 Kontaktmonaten mit der deutschen Sprache.

Für die Förderung des Verständnisses von einfachen W-Fragen bieten sich erzählte Geschichten oder Bildergeschichten an, in denen nach unterschiedlichen  Personen einer Handlung gefragt werden kann. Dabei sollte zu Beginn des Erwerbs insbesondere der Unterschied zwischen Ja/Nein-Fragen und W-Fragen hervorgehoben werden. Später können Fragen mit unterschiedlichen W-Fragewörtern die Fragen nach Subjekt, Objekt und Adjunkten verdeutlichen.

Materialien  und Beispiele zur spielerischen Verwendung von W-Fragen in der Arbeit mit Kindern können Sie hier downloaden:
•    Sprachbeispiele
•    Lieder
•    Spiele
•    Alltagssituationen und Spielaktivitäten 

Die vorgestellten Materialien und Anregungen sind auch für die gezielte Förderung nach Auswertung des Diagnoseverfahrens LiSe-DaZ® geeignet.

Weitere Informationen zu den theoretischen Grundlagen des Erwerbsbereichs „einfache W-Fragen" können Sie auch dem Manual zur Sprachstandserhebung LiSe-DaZ® entnehmen (siehe Kap 3.3., Unterpunkt 3.3.2 "Untertest WF-Verstehen von w-Fragen").