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Frühe Mehrsprachigkeit - Chancen und Perspektiven im Blick

Am 15.07.2016 hat die Baden-Württemberg Stiftung zur internationalen Fachtagung „Frühe Mehrsprachigkeit – Chancen und Perspektiven im Blick“ im Rahmen des Programms Sag' mal was eingeladen. Die Resonanz war überwältigend: rund 300 Gäste kamen nach Stuttgart in die Liederhalle, um über aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit und Sprachförderung aus den Perspektiven der Wissenschaft und der Praxis zu diskutieren.

Volker Schebesta, Staatsekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, sprach in seinem Statement über die Maßnahmen, die im Bereich der frühkindlichen Sprachförderung bereits geleistet wurden. Gleichzeitig zeigte er auf, welche Herausforderungen und aktuellen Aufgaben aus Sicht der neuen Landesregierung anstehen und wie diese umgesetzt werden sollen. Auf die Mehrsprachigkeit und kindliches Wohlbefinden ging in ihrem Vortrag Prof. Dr. Annick De Houwer, Universität Erfurt, ein. Ihre Untersuchungen zeigen, dass die Wertschätzung und die positive Einstellung gegenüber den verschiedenen Erstsprachen der Kinder durch die Erzieherinnen und Erzieher eine enorme Bedeutung für das Wohlbefinden der Kinder und damit für ihre Sprachentwicklung haben. In ihrem Vortrag über Mehrsprachigkeit berichtete
Prof. Dr. Antonella Sorace, University of Edinburgh, über ihre Forschung, die den Zusammenhang von Spracherwerb und kognitiver Fähigkeiten in den Blick nimmt. Die Ergebnisse weisen beispielsweise darauf hin, dass mehrsprachige Kinder besser unterschiedliche Informationen verarbeiten und schneller zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln können. Es zeigt sich auch, dass sie bereits bald die Fähigkeit entwickeln, die Perspektive anderer einzunehmen. Sie verfügen damit über bessere Sozialkompetenzen. Prof. Dr. Ingrid Gogolin, Universität Hamburg, gab in ihrem Vortrag einen Rückblick über zehn Jahre Forschungsarbeit zum Thema Mehrsprachigkeit und warf einen perspektivischen Blick auf die Herausforderungen, die vor uns liegen. Sie stellte fest, dass mehrsprachige Kinder keine Nachteile gegenüber einsprachig aufwachsenden Kindern haben. Dass sie im Gegenteil sogar einen Vorteil beim Erlenen weiterer Fremdsprachen haben. Sie ist der Meinung, dass sich alle Investitionen zur Förderung von Mehrsprachigkeit auszahlen.

In drei Panels zu den Themen „Mehrsprachigkeit und sprachliche Anregungsqualität in Kindertageseinrichtungen“, „Mehrsprachigkeit im Übergang von Kita in Grundschule“ und „Frühe Mehrsprachigkeit außerhalb von Kita und Schule“ stellten Fachleute aus Sprachwissenschaft, Pädagogik, Bildungsforschung und Politik sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis ihre Projekte vor.

Bei einem abschließenden Podiumsgespräch wurden u.a. die Fragen diskutiert: „Frühe Mehrsprachigkeit – Was wurde erreicht? Welche (neuen) Herausforderungen bestehen?"
Als Ergebnis der Fachtagung wurden vier Thesen der Stuttgarter Erklärung formuliert, die die „Mannheimer Erklärung zur frühen Mehrsprachigkeit“ aus dem Jahr 2006 ergänzen:

  • I. Der Blick auf das kindliche Wohlbefinden und eine wertschätzende Haltung gegenüber den Sprachen der Kinder und ihrer Familien sind bedeutsam für die kindliche Entwicklung und ihre (mehr-)sprachliche Bildung.

  • II. Im Kontext der „neuen Migration“ ist es wichtiger denn je, die frühe Mehrsprachigkeit als Chance zur Gestaltung von mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder differenziert wahrzu-nehmen und zu nutzen.

  • III. Durchgängige Sprachbildung ist eine langfristige Aufgabe. Gerade am Übergang Kinder-tageseinrichtungen und Grundschulen ist eine gelebte Kooperation Grund-voraussetzung für eine nachhaltige Förderung und Unterstützung der Kinder in ihrer Sprachbildung.

  • IV. Es ist im Interesse ein- und mehrsprachiger Kinder, dass Akteure der sprachlichen Bil-dung im Sozialraum zusammenwirken. Dies kann durch verstärkte Vernetzungs-prozesse z.B. in Kinder- und Familienzentren durch Eltern, pädagogische Fachkräfte, Ärztinnen und Ärzte usw. gelingen.