LiSe-DaZ Linguistische Sprachstandserhebung – Deutsch als Zweitsprache
LiSe-DaZ – Linguistische Sprachstandserhebung – Deutsch als Zweitsprache wurde im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung von Prof. Dr. Rosemarie Tracy, Universität Mannheim und Prof. Dr. Petra Schulz, Universität Frankfurt/Main entwickelt. Mit diesem Verfahren ist es erstmals möglich, den sprachlichen Entwicklungsstand sowohl bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache als auch mit Deutsch als Muttersprache im Alter von drei bis sieben Jahren differenziert zu erfassen und den Bedarf einer Sprachförderung abzuleiten. LiSe-DaZ wurde an 912 Kindern normiert. Es ist im Sommer 2011 beim Hogrefe Verlag erschienen.
Die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen sind aufgrund von internationalen Vergleichsstudien zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche aus zugewanderten Familien mit oft unzureichenden Kenntnissen der deutschen Sprache im System Schule und Beruf in Deutschland benachteiligt sind. Sprachliche Fähigkeiten nehmen einen zentralen Stellenwert für den Bildungserfolg ein. Sie bilden eine elementare Voraussetzung für die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Einzelnen in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft.
Die Baden-Württemberg Stiftung misst der Förderung der sprachlichen Bildung und des Spracherwerbs von Kindern im vorschulischen Alter eine besondere Bedeutung bei. Sie hat deshalb das Programm „Sag’ mal was“ im Jahr 2002 initiiert. Dabei ist einerseits die alltagsintegrierte, kontinuierliche Sprachbildung als fester Bestandteil im Kindergartenalltag wichtig. Andererseits ist bei Bedarf darüber hinaus die Planung und Durchführung einer spezifischen Sprachfördermaßnahme auf der Grundlage einer diagnostisch fundierten Einschätzung des Sprachentwicklungsstands sinnvoll. Ein Diagnoseverfahren, das wissenschaftlichen Kriterien standhält und die oben aufgeführte Problematik der Mehrsprachigkeit aufgreift, war bislang nicht verfügbar. Deshalb beauftragte die Baden- Württemberg Stiftung Prof. Dr. Petra Schulz, Frankfurt/Main, und Prof. Dr. Rosemarie Tracy, Mannheim, mit der Entwicklung eines solchen Instruments. Das hieraus entstandene Verfahren ermöglicht durch gezielte Erhebungsmethoden den Sprachstand von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund systematisch zu erfassen und entsprechende Hinweise zur Förderung abzuleiten.
letzte Änderung: 19.03.2012 Seite drucken

